23Beispiele, die Bonn um Welten freundlicher machen

Wir Bonnerinnen und Bonner präsentieren uns während der Weltklimakonferenz als gute Gastgeber für die Vertreter aus allen Staaten der Welt. Bonn präsentiert sich aber auch als Klimahauptstadt und Stadt der Nachhaltigkeit, was an vielen Beispielen sichtbar wird.

Mit den folgenden 23 Bonner Projekten und Angeboten zeigen Mitarbeiter und Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn, was wir tun, um klimaschädliche Emissionen zu reduzieren.

Robert Landen

Im bundesweiten Vergleich der 20 größten Städte hat Bonn die beste CO2-Bilanz im Strommix. Mit nur 123 Gramm CO2 pro Kilowattstunde sind wir Bonner deutscher Strom-Meister. Mit 69 Prozent Erneuerbarer Energien im Strommix liegt Bonn ebenfalls unangefochten auf dem ersten Platz. Ermittelt von der Organisation KLIMA OHNE GRENZEN, Stand 2016.

Robert Landen
Barbara Nick

Unsere E-Mission für Bonn: Sechs Elektrobusse rollen seit Januar 2016 im Bonner Nahverkehrsnetz. CO2-frei angetrieben mit BonnNatur Strom, unserem Naturstrom aus 100 Prozent regenerativen Energien. E-Busse machen den Bonner Nahverkehr leiser und klimaschonender. Sie sind Teil des EU-Projektes ZeEUS (Zero Emission Urban Bus Systems).

Barbara Nick
Peter Weckenbrock

Unser Leuchtturmprojekt für den Klimaschutz in Bonn: Das neue Heizkraftwerk Nord an der Karlstraße in Endenich. Die moderne Technologie erspart der Umwelt 194.000 Tonnen CO2 jährlich. So viel Kohlendioxid emittieren zum Beispiel 45.000 Mittelklassewagen mit einer Fahrleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr. Unser Kraftwerk macht den Bonner Strom und unsere Fernwärme zu klimaschonender Energie.

Peter Weckenbrock
Marco Westphal

Klimaschonend gewärmt tagen die Vertreter aus rund 200 Staaten im World Conference Center Bonn, denn die Fernwärme für den Tagungsort entsteht  über Kraft-Wärme-Kopplung und nutzt Biomasse aus Siedlungsabfällen; sie stammt zu mehr als 50 Prozent aus erneuerbaren Energien. Und: Auf dem Dach des WCCB ergänzt eine Photovoltaik-Anlage der Stadtwerke Bonn die Energieversorgung.

Marco Westphal
Theo Waerder

Rund 40 Prozent der CO2-Emissionen in Bonn entfallen auf Gebäude, davon allein 80 Prozent auf die Wärmeversorgung. Gut, dass wir in Bonn klimaschonende Wärme durch ein Leitungsnetz in die Bonner Gebäude leiten können. Die Fernwärme der Stadtwerke Bonn wärmt schon heute mehr als 2000 Gebäude, und das Leitungsnetz wird zurzeit ausgebaut.

Theo Waerder
Manfred Becker

Energie aus Abfall. Wenn die Bonner ihre Mülltonne füllen, leisten sie einen Beitrag zum Klimaschutz. Denn unser Restmüll ist ein „nachwachsender Rohstoff“. In der Müllverwertungsanlage wird diese Energie nutzbar gemacht für die Produktion von Strom und der Bonner Fernwärme. Klimaschutzeffekt: 500 Millionen Kilowattstunden Energie werden ins Netz eingespeist. Ganz ohne Einsatz fossiler Brennstoffe.

Manfred Becker
Markus Dosch

Die Dächer der rund 129.000 Gebäude in Bonn bieten noch großes Potential für den Klimaschutz, denn sie können Solarenergie nutzbar machen. Die Stadt Bonn hat ein neues Solarkataster veröffentlicht. Danach könnten 70 Prozent der Gebäude für die Energiegewinnung genutzt werden. Der einfachste Weg zur Solaranlage: Das Angebot „BonnPlus PV“ ermöglicht die Nutzung von Sonnenenergie ohne eigene Investition.

Markus Dosch
Anja Wenmakers

Verglichen mit Städten gleicher Größe hat Bonn einen überdurchschnittlich gut ausgebauten Nahverkehr. Die mehr als 140.000 Stammkunden von SWB Bus und Bahn wissen das Angebot zu schätzen. So haben die meisten ÖPNV-Nutzer ihr Ticket in der Tasche. Linienbusse, Straßen- und Stadtbahnen leisten in Bonn und der Region einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Wer das Auto stehen lässt und umsteigt auf Fahrrad oder ÖPNV, der schont die Umwelt.

Anja Wenmakers
André Seppelt

Upcycling bedeutet, aus verbrauchten Produkten Neues zu erschaffen: Das praktizieren wir in Bonn mit alten Stadtbahnen und nennen es „Aus-alt-mach-Neu“. Beim Ersatz von 25 betagten Bahnen aus den 1970er Jahren vermeiden wir Verschrottung und Neukauf. Ergebnis: 750 Tonnen Stahl (25 Tonnen pro Fahrzeug) landen nicht beim alten Eisen. Die Bahnen werden in Bonn-Beuel in Eigenregie renoviert. Zehn dieser Aus-alt-mach-Neu-Bahnen sind bereits im Einsatz.

André Seppelt
Andreas Goldschmidt

90 Prozent beträgt der Wirkungsgrad des Heizkraftwerks Nord an der Karlstraße in Endenich. Dieser hohe Wert wird erreicht durch die hocheffiziente Arbeitsweise der Gas-und-Dampf-Turbinenanlage, die seit 2013 in Betrieb ist. Im Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung wird Strom (Kraft) produziert und Wärme für Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht. Herkömmliche Kraftwerke haben Wirkungsgrade von unter 50 Prozent.

Andreas Goldschmidt
Thorsten Ellmann

In deutschen Heizungskellern steckt immenser Sanierungsbedarf. Der Gesetzgeber reagiert darauf mit der verschärften Energieeinsparverordnung, die den Austausch alter Heizungen vorschreibt. Viel zu tun für das Handwerk. Damit die neue Heizung nicht das Ersparte aufzehrt, gibt es BonnPlus Wärme. Wir kümmern uns um Finanzierung, Installation und Wartung. Dem Kunden werden nur eine Pauschale und die verbrauchte Wärme berechnet. Und weil die neue Heizung Energie spart, dient auch sie dem Klimaschutz. Weiterer Pluspunkt: Verbrauchskosten sinken um bis zu 30 Prozent.

Thorsten Ellmann
Michael Hahn

Um acht Kilometer wird derzeit das Bonner Fernwärmenetz ausgebaut. Ziel ist die Erschließung neuer Versorgungsgebiete, der Anschluss neuer Kunden im bestehenden Netz und die Umstellung alter, ineffizienter Einzelfeuerungen auf die Fernwärme. Der Schwerpunkt der Netzerweiterung liegt im Bonner Norden, in den Stadtteilen Tannenbusch, Buschdorf und Auerberg.

Michael Hahn
Felix Wagner

Urban Mining, die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abfällen der Städte, spielt auch beim Klimaschutz eine Rolle. In Bonner Mülltonnen stecken etwa vier Prozent Metalle. Nachdem wir in der MVA durch Müllverbrennung die Energie wieder verwerten, werden anschließend auch die Metalle aus den Verbrennungsresten aussortiert. Kupfer, Eisen, Blei und Aluminium zum Beispiel lassen sich gut wiederverwerten.

Felix Wagner
Lars Backmeyer

Auch außerhalb Bonns engagieren wir uns für Erneuerbare Energien. Zum Beispiel in der Nordsee, 45 Kilometer entfernt von der Insel Borkum. Seit 2015 erzeugt der Trianel Windpark Borkum Strom für rund 200.000 Haushalte. SWB Energie und Wasser ist mit 33 weiteren kommunalen Stadtwerken daran beteiligt, ebenso an der zweiten Ausbaustufe sowie an mehreren Onshore-Windparks und Solarparks. Die beteiligten Stadtwerke und Trianel tragen so aktiv zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei.

Lars Backmeyer
Rolf Driller

Damit Gebäude künftig energiesparend und klimaschonend mit Wärme versorgt werden, hat der Gesetzgeber entsprechende Verordnungen erlassen. Häuser in Bonn, die in der Nähe der Fernwärmetrassen liegen, sind dabei im Vorteil. Denn die Bonner Fernwärme ist die umweltfreundlichste Energieform im Vergleich zu anderen Primärenergieträgern. Sie ist testiert mit einem Primärenergiefaktor „0“ und faktisch dem Einsatz Erneuerbarer Energien gleichgestellt.

Rolf Driller
Jürgen Winterwerp

Der Klimaschutz in Bonn macht weiter Fortschritte: Das zeigt die kürzlich von der Stadtverwaltung erstellt CO2-Bilanz. Danach sind die CO2-Emissionen pro Kopf in Bonn von 1990 bis 2014 um 22 Prozent gesunken. Betrachtet wird der Energieverbrauch von Privathaushalten, Wirtschaft und Verkehr. Allerdings: Während die Emissionen im stationären Bereich sinken, steigen sie im Verkehr kontinuierlich an.

Jürgen Winterwerp
Anna Potschka

Die Bonnerinnen und Bonner sind beim Klimaschutz nicht sparsam. Das beweisen die Preisträger des Bonner Energieeffizienz-Preises. Die mehr als 30 Preisträger haben ihre Häuser aufwändig umgebaut, die Dämmung ergänzt, Heizungen saniert, auf erneuerbare Energien umgestellt. Engagement, das sich lohnt. Der Energieverbrauch sinkt, die Umwelt profitiert und SWB Energie und Wasser belohnt die Preisträger pro Wettbewerb mit 20.000 Euro Förderung.

Anna Potschka
Hansjörg Spielhoff

Gäbe es in Bonn weder Linienbusse noch Straßenbahnen, die Stadt würde hoffnungslos im Autostau stecken. CO2-Emissionen und Luftschadstoffe wären deutlich höher. Dank des dicht ausgebauten Nahverkehrsangebotes nutzen jedoch viele Berufspendler, Auszubildende und Schüler täglich Bus und Bahn auf dem Weg zum Ziel. Pro Jahr zählen die Stadtwerke Bonn rund 92 Millionen Fahrgäste an Haltestellen und in Fahrzeugen.

Hansjörg Spielhoff
Paul Becker

Ausgezeichnete Projekte für den Klimaschutz zeichnet die Landesinitiative Klima-Expo-NRW aus. Bis 2022 sollten 1000 Schritte für die Zukunft Zeichen setzen für beispielgebenden Klimaschutz. In Bonn finden sich sechs der bisher 274 gekürten Projekte: Die Stiftung Bonner Klimabotschafter (Klimaführerschein in Grundschulen), das SWB-Heizkraftwerk Nord, die CO2-freie Zustellung der Post AG, die Erdwärmenutzung im Hotel Kameha, die Bonner Energie Agentur und das Recycling alter Stadtbahnen der SWB.

Paul Becker
Oliver Zaude

Wer glaubt, E-Mobility sei erst seit Beginn der Energiewende modern, der irrt. Der Bonner Nahverkehr wird zum Beispiel bereits seit 1902 mit Strom betrieben. Die Jungfernfahrt führte von Bonn nach Beuel, und noch heute fahren die Bonner Bahnen auf der gleichen Trasse. Natürlich mit moderner Technik. Die Bonner Stadt- und Straßenbahnen werden auch heute noch mit Strom betrieben. Sie leisten rund 50 Prozent des Bonner Nahverkehrsangebotes.

Oliver Zaude
Marco Klus

Bis 2019 wird SWB Energie und Wasser an öffentlichen Straßen und Plätzen in vier Bonner Stadtbezirken 25 neue E-Ladesäulen installieren. Am Bertha-von-Suttner-Platz und an der Europastraße sind die neuen E-Tankstellen bereits im Betrieb. Daneben können Fahrer von E-Autos zum Beispiel in der Stadthausgarage, im Beethovenparkhaus und beim Baumarkt Obi in der Bornheimer Straße BonnNatur-Strom in die Batterie laden.

Marco Klus
Dirk Heckmann

Bonnerinnen und Bonner sind eifrige Radfahrer. Immer mehr von uns radeln E-mobil mit „eingebauten Rückenwind“. Als Kunden von SWB Energie und Wasser sogar mit finanziellem Zuschuss, denn mehr als 300 E-Bikes und 16-E-Roller wurden von den Stadtwerken Bonn bezuschusst. E-Bikes kostenlos testen können Bonner ebenfalls, unter dem Motto: „Gnade für die Wade“: Von April bis September können die Test-Räder bis zu drei Tage ausgeliehen werden.

Dirk Heckmann
Georg Bechthold

Auch wer auf Papier verzichtet, schont Ressourcen und Klima. Zum Beispiel die 25.000 Nutzer der Smartphone-App SWB-easy.GO, die alle Linienwege, Fahrpläne und Abfahrtzeiten in Echtzeit für den Bonner Nahverkehr abbildet. SWB Bus und Bahn plant außerdem papierlose Haltestellen, und auch der COP23-Clean Shuttle kommt ohne gedruckte Fahrpläne aus. Die Gipfelteilnehmer finden alle Informationen auf einer eigenen Website.

Georg Bechthold